01
Lohnt sich Photovoltaik für dein Zuhause?
Photovoltaik kann sich rechnen, wenn ein geeignetes Dach, ein nachvollziehbarer Anlagenpreis und dein Stromverbrauch zusammenpassen. Lass dir Ertrag und Nutzung für dein Haus berechnen. Ein hoher Eigenverbrauch hilft, ist aber kein Grund, die Anlage ohne Vergleich unnötig klein zu planen.
Prüfe zuerst Dachzustand, Schatten und Elektrik. Dann vergleiche eine passende Dachbelegung mit und ohne Speicher. Eine feste Amortisationszeit lässt sich daraus erst mit den konkreten Kosten und Annahmen ableiten.
02
Dach und Anlagengröße gemeinsam prüfen
Ein Süddach ist keine Voraussetzung. Auch Ost- und Westflächen können passen. Entscheidend sind nutzbare Fläche, Dachneigung und Verschattung über den Tag. Muss das Dach bald saniert werden, kläre die Reihenfolge vor der Montage.
kWp bezeichnet die Nennleistung der Module unter Prüfbedingungen; kWh die erzeugte oder verbrauchte Energie. Eine Anlage mit 10 kWp erzeugt deshalb nicht automatisch 10.000 kWh pro Jahr. Bitte um eine standortbezogene Ertragsprognose mit dokumentierten Verlusten.
- Dach: Zustand, Statik, Befestigung und Schatten durch Bäume, Gauben oder Nachbargebäude prüfen lassen.
- Größe: verfügbare Dachfläche und Budget mit heutigem Verbrauch sowie geplantem E-Auto oder Wärmepumpe abgleichen.
- Anschluss: Zählerschrank, Leitungswege und notwendige Elektroarbeiten vor dem Festpreis klären.
03
Was kostet eine PV-Anlage?
Der Gesamtpreis hängt von Größe, Dachzugang, Montage und Elektrik ab. Kleine Anlagen sind je kWp häufig teurer, weil Gerüst und Anschluss auch bei weniger Modulen anfallen. Vergleiche vollständige Angebote statt eines Gerätepreises.
Die Kosten einer Photovoltaikanlage hängen stark von Anlagengröße, Dach, Gerüst, Elektrik und gewünschtem Speicher ab. Entscheidend ist deshalb nicht ein einzelner Preis pro kWp, sondern ob die Angebote denselben Leistungsumfang enthalten und alle notwendigen Nebenarbeiten berücksichtigen.
- Getrennt ausweisen lassen: PV-Anlage, Speicher, Gerüst, Dacharbeiten und Umbau des Zählerschranks.
- Gleichen Leistungsumfang vergleichen: Montage, Netzanschluss, Anmeldung und Inbetriebnahme müssen klar zugeordnet sein.
04
Eigenverbrauch und Speicher: zwei verschiedene Entscheidungen
Der Eigenverbrauchsanteil zeigt, wie viel deines erzeugten Solarstroms du selbst nutzt. Der Autarkiegrad zeigt, wie viel deines Strombedarfs du mit Solarstrom deckst. Die beiden Prozentwerte haben unterschiedliche Bezugsgrößen und sollten im Angebot getrennt stehen.
Ein Speicher verschiebt Überschüsse in den Abend und die Nacht. Er erzeugt keinen zusätzlichen Strom. Seine nutzbare Kapazität sollte zu deinem Verbrauch nach Sonnenuntergang passen. Ein zu großer Speicher erhöht die Kosten, ohne entsprechend mehr Netzstrom zu ersetzen.
- Zwei Berechnungen verlangen: dieselbe PV-Anlage ohne Speicher und mit Speicher, jeweils mit Verlusten und Zusatzkosten.
- Nutzbare Kapazität, Standby-Verbrauch, Garantiebedingungen und mögliche Ersatzstromfunktion prüfen.
Stromspeicher genauer bewerten →Wärmepumpe und Solarstrom zusammen planen →05
Wie du die Wirtschaftlichkeit nachvollziehst
Der jährliche Nutzen besteht aus vermiedenem Strombezug und Erlösen für eingespeisten Strom. Davon gehen laufende Kosten ab. Für die Amortisation kommen Anschaffung, Finanzierung, mögliche Ersatzteile und die Entwicklung des Ertrags hinzu.
Rechenbeispiel mit frei gewählten Annahmen: 8.000 kWh Jahresertrag, davon 3.000 kWh selbst genutzt und 5.000 kWh eingespeist. Bei 30 Cent je vermiedener kWh sind das 900 Euro vermiedener Strombezug. Für den eingespeisten Anteil kommt die zum Inbetriebnahmezeitpunkt geltende Vergütung hinzu. Das Beispiel zeigt die Rechenlogik und ist keine Ertragsprognose.
Lass zusätzlich eine vorsichtige Variante rechnen: weniger Ertrag oder Eigenverbrauch, ein niedrigerer Bezugspreis und zusätzliche Kosten. Die einfache Division von Kaufpreis durch Jahresnutzen bildet Finanzierung und spätere Ausgaben nicht vollständig ab.
06
Einspeisevergütung: der Inbetriebnahmezeitpunkt zählt
Die Einspeisevergütung hängt unter anderem von Anlagenleistung, Betriebsmodell und dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme ab. Lass dir deshalb im Angebot den für dein Projekt maßgeblichen Vergütungssatz und die zugrunde gelegte Einspeiseart nennen.
Auch Messung, Steuerung und die jeweils geltenden Einspeiseregeln können die Wirtschaftlichkeit beeinflussen. Prüfe diese Punkte vor Vertragsabschluss zusammen mit der Ertrags- und Eigenverbrauchsrechnung.
07
Förderung und Finanzierung vor dem Auftrag klären
Für Photovoltaik können Förderkredite oder regionale Programme infrage kommen. Konditionen, Fristen und Voraussetzungen ändern sich. Prüfe deshalb vor einem bindenden Auftrag, welche Finanzierung oder Förderung für dein Vorhaben tatsächlich verfügbar ist.
Prüfe ergänzend Programme deiner Kommune oder deines Bundeslands und deren Fristen. Ein Förderkredit ist nicht automatisch günstiger als andere Finanzierungen: Vergleiche Effektivzins, Laufzeit und Gesamtkosten.
08
Diese Punkte gehören in ein vergleichbares Angebot
Halte Stromabrechnung, Dachfotos, Dachalter und geplante zusätzliche Verbraucher bereit. Bitte die Betriebe um dieselben Planungsannahmen. Die erste Projektanfrage ersetzt weder Dachprüfung noch verbindliche Auslegung.
- Module und Wechselrichter: konkrete Modelle, Gesamtleistung und Dachbelegung.
- Ertragsrechnung: Standort, Verschattung, Verluste sowie Eigenverbrauch und Autarkie getrennt.
- Leistungsumfang: Gerüst, Montage, Elektrik, Anmeldung und Inbetriebnahme samt möglichen Zusatzkosten.
- Vertrag: Gesamtpreis, Zahlungsplan, Termine, Gewährleistung und Hersteller-Garantien unterscheiden.
- Speicher: separat begründen und Ersatzstrom ausdrücklich beschreiben lassen.
09
Mit diesen Angaben zur Projektanfrage
Wenn Dach und Bedarf grob geklärt sind, kannst du das bestehende Anfrage-Modul oben nutzen und dein Vorhaben für passende Fachbetriebe beschreiben.
Vergleiche anschließend die konkreten Angebote. Auch nach einer ersten Einschätzung müssen Dach, Anschluss und Auslegung für dein Gebäude fachlich geprüft werden.
Partnerrollen und Vergütung verstehen →